Fuss

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Oberes Sprunggelenk

OSG Distorsion - Bänderzerrung - laterale Bandruptur

Früher oft primär operiert werden Bänderrisse am Aussenknöchel heute meist primär konservativ behandelt, wobei eine Ruhigstellung von 4-6 Wo erfolgen muss, ganz wichtig auch während der Nacht, damit die gerissenen Bandstrukturen die Möglichkeit erhalten durch Vernarbung in korrekter Stellung zu verheilen.

Treten hingegen rezidivierende Suppinationstraumen auf (Wiederholtes Uebertreten) bei einer Instabilität im oberen Sprungggelenk muss die OSG Bandplastik diskutiert werden, also der Ersatz der gerissenen Bänder meist durch körpereigenes Sehnenmaterial je nach Operationstechnik.

Wichtig bei jedem Uebertreten des Fusses:; Auschluss einer Knöchelfraktur, welche je nach Frakturtyp entweder eingegipst oder unter Umständen auch operiert werden muss! Man kann es auch so formulieren: hält das Band so bricht der Knöchel - reisst das Band so bleibt der Knöchel intakt!

Fusswölbungen

Am Fuss gibt es verschiedene Wölbungen.

Einerseits die Längswölbung, bei deren Verstärkung sich ein Hohlfuss ergibt, bei deren Abflachung ein Senk oder Plattfuss entsteht. Oft besteht beim Senkfuss noch eine nach Innen - Knickung im Rückfussbereich (also von hinten betrachtet ein nach Innenkippen des Innenknöchels), man spricht dann von einem Knicksenkfuss.

Andererseits die Querwölbung, wenn man von vorne gegen den Fuss sieht, die Abflachung der Querwölbung führt zum Spreizfuss, der Spreizfuss zur Hallux valgus Problematik und zu Hammerzehen. Selbstverständlich spielen hier neben der Ueber und Fehlbelastung durch unpassendes Schuhwerk auch angeborene Faktoren eine Rolle. Bei den Säuglingen kann eine Klumpfussproblematik vorhanden sein, welche bereits nach der Geburt redressiert werden muss, durch Gipschen oder unter Umständen auch operativ in ganz schweren Fällen.

 

Hallux valgus

Eine besonders häufige Problematik ist der Hallux valgus. Damit wird das nach Aussenabstehen der Grosszehe bezeichnet, welche dann sich gegen den Fussaussenrand abwinkelt. Als Folge der chronischen Reizung im Grosszehengrundgelenk kann dieses sich abnutzen oder es kann auch eine sog. Pseudoexostose entstehen durch Knochenwachstum im Bereich des Köpfchens des ersten Mittelfussknochens mit oft schmerzhaft geröteter Bursa darüber.

Zur Korrektur des Hallux valgus existieren eine Unzahl verschiedenster Operationsmethoden. Wichtiger als welche Einzelmethode angewandt wird ist jedoch ob das Gelenk erhalten bleiben kann oder nicht und auch ob der Patient/in eine vollständige bleibende Korrektur wünscht oder auch bereits zufrieden ist, wenn die schmerzhafte, gerötete Pseudoexostose entfernt wurde ohne weitere Korrektur der Vorfuss-Fehlstellung. Sobald eine vollständige Stellungskorrektur gewünscht wird ist das operative Verfahren in jedem Fall aufwendiger, nicht nur bezüglich Eingriff selbst, sondern auch bezüglich Nachbehandlung. Eine vollständige Korrektur beeinhaltet immer eine Korrektur im Knochen, also muss Knochen durchtrennt und nach Korrektur wieder fixiert werden. Unabhängig von der Art der Durchtrennung und nachträglichen Fixation ist die Situation erst abgeheilt, wenn der durchtrennte Knochen vollständig wieder zusammengewachsen ist, was im Vorfussbereich mindestens 8-12 Wo dauert. In dieser Zeit besteht entsprechend immer noch das Risiko des Abrutschens in eine unerwünschte Fehlstellung (führt in der Regel zur Reoperation), nebst dem Risiko der verzögerten Konsolidation oder auch des Nichtverheilens des Knochens(Pseudoarthrose). Dafür ist ein so korrigierter Fuss zeitlebens bleibend korrigiert und bedarf keiner weiteren Korrekturen mehr.

Die oft vor allem durch die dorsale Schwiele (Volksmund "Hühnerauge") störende Hammerzehenfehlstellung wird  in der Regel durch eine Mittelgelenksresektion korrigiert, also der Ausschneidung des betroffenen Mittelgelenkes, wobei man die korrigierte Zehe auch noch zusätzlich mittels eines Drahtes für einige Zeit transfixieren kann, was oft zu weniger starker Schwellung und schönerer Stellung führt, aber einer genaueren Nachkontrolle bedarf, bis der Draht entfernt ist. Nur bei Kindern und Jugendlichen besteht noch die Möglichkeit auf eine Gelenksresektion zu verzichten und die Stellung dafür durch eine Sehnenumlagerungsoperation zu korrigieren.

In leichten Spreizfuss /Hallux valgus Fällen kann einmal versucht werden durch günstigere Schuhe, vebunden mit einer gut abstützenden Einlage die Situation erheblich verbessern zu können. Auch nach einer Vorfuss rsp. Halluxoperation ist es oft empfehlenswert eine gute Einlagenversorgung anzuschliessen, um den Fuss vor weiteren Fehl und Ueberbelastungen zu schützen und auch als Prophylaxe vor weiteren Vorfussveränderungen.

Eine individuell angepasste Einlagenversorgung bedeutet durch einen spezialisierten Orthopädieschuhmacher ein erheblicher handwerklicher Aufwand, weswegen eine gute Einlage auch ihren Preis hat, beginnend etwa ab SFR. 400.- aufwärts. Die Grundversicherung übernimmt dabei die Einlagen nicht, hingegen gewisse Zusatzversicherungen, so dass im Einzelfall diesbezüglich jeweils die Situation  vorgängig abgeklärt werden sollte.

 

Weitere Fussprobleme:

Chronische Sehenscheidenenzündungen, neurologische Probleme zum Beispiel beim Tarsaltunnelsyndrom bei dem eine Nerveneinklemmung zu neurologischen Problemen führen kann, ähnlich wie beim Carpaltunnelsyndrom an der Hand.

Ferner Probleme mit Sehnenansätzen zum Beispiel im Ansatzbereich der Achillessehne (Haglundexostose), Fersenschmerzen beim Fersensporn.

Auch exquisite Vernarbungen zum Beispiel bei der Plantaraponeurose (Sehnenplatte welche die Fuss-Sohle formiert), sog. Morbus Ledderhose, analog zum Morbus Dupuytren an der Hand.

Frakturen im Fussbereich, Arthrosen im Fussbereich, Ueberlastungsprobleme, Probleme durch Fehlbelastung ...