Orthopädische Probleme: Knie

 

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Meniskus

Die häufigsten Probleme am Knie überhaupt.

Was ist überhaupt ein Meniskus?

Ein Meniskus ist eine knorpelige, bindegewebige Struktur, welche zwischen Ober und Unterschenkelknochen an der Innen und Aussenseite des Gelenks liegend sich zur Gelenksmitte hin allmählich ausdünnt und hat dabei im Querschnitt dreieckförmig von oben gesehen eine c - förmige Struktur.

Man unterscheidet traumatische (durch Unfälle, Distorsionen etc hervorgerufene) von degenerativen Meniskuslaesionen. Bei ersteren ist immer ein auslösendes Ereignis vorhanden, eine Kniedistorsion (Verrenkung) oder ein Sturz , oder ein Sportunfall etc, oft kann dabei nach dem Ereignis das Kniegelenk nicht mehr voll gestreckt oder gebeugt werden, ist also blockiert, meist durch Einklemmung des gerissenen Meniskusanteils

Bei der degenerativen Meniskuslaesion kommt das Problem im Gegensatz dazu oft schleichend, ohne Auslöser, so dass sich oft über längere Zeit Phasen von vermehrten Beschwerden mit nahezu beschwerdefreien Phasen abwechseln. Grundlage sind hier meist degenerativ veränderte Menisken, welche ohne Unfallereignis am Rand einreissen und dann zur gleichen Symptomatik wie bei den traumatischen Meniskusschäden führen können, oft aber auch nur eher chronische, wechselnde Beschwerden auslösen, oft auch ohne Einklemmungen.

Früher wurden die Menisken offen, also durch grössere Schnitte entfernt, meist fast vollständig, mit dem Risiko der späteren Arthroseentwicklung, während heute die Arthroskopie )Kniespiegelung) auf viel schonendere Art das alleinige Entfernen des defekten Meniskusteils ermöglicht.

Bei jungen Patienten und in speziell geeigneten Fällen wird heute sogar versucht den Meniskus zu nähen, was etwa in der Hälfte der Fälle auch gelingt, in der anderen Hälfte der Fälle muss oft nach dem Nahtversuch der Meniskusteil dann doch noch entfernt werden.

Bei chronischen Meniskusschäden kann sich allmählich ein Meniskusganglion entwickeln, eine flüssigkeitsgefüllte bis kirschgrosse Ausstülpung ausgehend vom Gelenksspalt. Diese muss oft dann gleichzeitig mit der Meniskussanierung entfernt werden.

Eine chronische Reizsituation am Kniegelenk, sei es durch einen Meniskusschaden, durch Arthrose oder andere Erkrankungen hervorgerufen führt oft zu einer Schwellung in der Kniekehle, der sog. Baskerzyste. Diese muss nur sehr selten lokal excidiert also entfernt werden - vielmehr muss der zugrundeliegende Schaden erkannt und behoben werden, wobei oft chronische Meniskusschäden die Ursache darstellen. Sind diese behoben verschwindet meist auch die Bakerzyste.

Meniskusschäden welche nicht saniert werden können mit der Zeit das Kniegelenk erheblich schädigen und zur bescheunigten Arthroseentwicklung führen - man muss sich dabei vorstellen, dass der zerstörte Meniskusteil chronisch den darüber/darunterliegenden Gelenksknorpel abschleift bis zur Zerstörung des Knorpels und Arthroseentwicklung.

Eine Indikation Meniskusschäden zu sanieren ist also nicht nur der Schmerz , sondern auch um spätere Folgeschäden für das Gelenk möglichst klein zu halten, also eine beschleunigte Arthroseentwicklung zu vermeiden!

Details Vgl. Arthroskopie!

 

Vorderes Kreuzband

Da das Kniegelenk kein eigentliches Scharniergelenk ist, weil sich beim Flektieren die Achse verschiebt, also eine Vor-  rsp. Rückwärts - Translationsbewegung des Unterschenkels stattfindet, muss diese Bewegung durch zwei gekreuzte Bänder die sogenannten Kreuzbänder limitiert werden. Eine Verletzung dieser Bänder zum Beispiel durch Sportunfälle ist eine relativ schwerwiegende Verletzung, unmittelbar nach dem Unfall oft mit einer raschen Knieschwellung und blutigem Erguss (Flüssigkeitsansammlung im Gelenk) verbunden. In Einzelfällen kann ein Kreuzband durchaus nur partiell geschädigt sein, so dass eine konservative Behandlung möglich ist unter anderem mit konsequentem Auftrainieren der wichtigen, das Kniegelenk stabilisierenden Muskulatur. Ist das vordere Kreuzband aber total gerissen und es entwickelt sich eine instabile Situation mit Einknicken (sog. Giving way) und Instabilitätsgefühl für den Patienten kann oft nur ein VKB Ersatz dem Knie wieder die notwendige Stabilität bringen. Hierfür existieren verschiedene Methoden vor allem die BTB (Bone-Tendon-Bone) Ersatzplastik durch ein freies Lig. patellae Transplantat (Sehnenstreifen mit zwei Knochenblöcken entnommen am verletzten Knie) oder auch ein Ersatz mit einem Muskel-Sehnenstreifen (Semitendinosus Ersatzplastik). Beide Möglichkeiten können wieder bei erfolgreicher Operation ca 80% Stabilität bringen, haben aber jede für sich ihre Vor und Nachteile. Im Einzelfall muss deshalb klar mit dem Patienten besprochen werden welche Methode verwendet wird. In unserer Praxis wird die Ersatzplastik mit freiem Lig. patellae Transplantat überwiegend bevorzugt, da sie vor allem für Spitzensportler eindeutige Vorteile aufweist. Wichtig ist eine genaue Information des Patienten über Operation, Technik, Nachbehandlung und weitere Folgen.

Eine VKB Ersatzplastik bringt dem Patienten vor allem Lebens und Sportqualität wieder, die Entwicklung einer Arthrose im Spätverlauf (15-25 Jahre) ist aber trotz VKB Operation oft nicht zu umgehen, letztendlich hängt dies aber auch davon ab, wie sich ein erfolgreich operierter Patient betreffend Kniebelastung verhält.

Wichtig ist im Einzelfall immer dem Arzt möglichst alle Fragen zu stellen um alle Unklarheiten geklärt zu haben bevor aktiv vorgegangen wird. Genausowenig wie nicht jede VKB Ruptur operiert werden muss ist die oft auch geäusserte Meinung dass eine Operation nicht notwendig sei nicht richtig; letztendlich muss jeder Einzelfall separat genau abgeklärt und alle Möglichkeiten mit dem betroffenen Patienten diskutiert werden!.  

 

Bursa praepatellaris - Schleimbeutel des Kniegelenks

Ueber der Kniescheibe gelegen, kann sich hier durch chronische Reizung oder auch ein Trauma eine akute oder auch chronische Entzündung einstellen. Eine akute Entzündung muss meist sofort eröffnet und entlastet werden unter gleichzeitiger antibiotischer Therapie mit späterer Bursektomie (Schleimbeutelentfernung) nach Abheilung. Chron Entzündungen führen zu wiederholten Schwellungszuständen durch Auffüllen der Bursa mit Flüssigkeit, so dass oft auch hier letztendlich erst die Schleimbeutelentfernung das Problem definitiv lösen lässt.

 

Arthrose des Kniegelenks

Arthrose bedeutet eine über das normale Mass hinausgehende Abnützung des Gelenkes mit bleibendem Schaden , welcher zu entsprechenden Beschwerden und letztendlich auch zunehmend eingeschränkter Gehfähigkeit führt.

In leichteren Fällen kann ein Spiegelung des Gelenkes (Arthroskopie) mit einer sog. Gelenkstoilette Linderung bringen, nebst Klärung des Zustandes des Gelenkes, wobei vor allem eine Besserung durch das Herausspühlen degenerativer Partikel im Gelenk, sowie Sanierung allfälliger begleitender deg. Meniskusveränderungen auftritt.

In schweren Fällen kommt nur noch die Implantation eines Kunstgelenkes in Frage, Vgl. dort! In wenigen beim Knie nur die Hälfte des Gelenkes betreffenden Fällen kann eine Aenderung der Hauptbelastungsachse auf den noch erhaltenen Kniegelenksanteil die Situation erheblich bessern, hierzu muss aber durch eine sog. Umstellungsosteotomie zum Beispiel ein vorbestehendes O Bein zu einem leichten X Bein  verändert werden. Früher oft mit gutem Erfolg durchgeführt tritt dies aufgrund der guten Resultate der Prothesen eher in den Hintergrund.

 

Rheumatische Knieprobleme

Können durch rezidivierende Reizzustände mit Ergussbildung massiv behindern. Wichtig ist eine genaue Diagnose, da zum Beispiel eine Gichtmonarthritis sehr gut medikamentös behandelt werden kann. Zur Abklärung sind oft sogar wiederholte Blutentnahmen notwendig.  

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