Schwerpunktsthema

 

Orthopädische ProblemeRetour Was ist Orthopädie? Retour zur Hauptseite

Was ist das eigentlich:
  • Minimal invasive Chirurgie
  • Arthro- /Laparo- Skopie  Schlüsselloch-Chirurgie
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Minimal invasive Chirurgie, oft auch Schlüsselloch Chirurgie bezeichnet chirurgische Techniken, welche durch verkleinerte (minimal invasive) Operationszugänge meist in Kombination mit einem entsprechendem Spezialinstrumentarium das gleiche Ziel erreichen lassen wie früher oder in der konventionellen Chirurgie mit grösseren Operationszugängen (Hautschnitten).

Das Spezialinstrumentarium ist dabei  einerseits das sogenannte Arthro- Skop (oder in der Bauchchirurgie: Laparo -Skop), ein bleistiftartiges Instrumentarium welches an der Spitze eine Spezialoptik (Arthroskopisch meist 30 Grad, laparoskopisch 70 Grad) trägt, welche über Lichtleitfasern ein Bild zu einer modernen CCD Chipvideokamera überträgt, welche ihrerseits das Bild an einem, Monitor darstellt, je nach Ausstattung eventuell nicht nur für das Chirurgen Team, sondern auch für den Patienten selbst, dem während dem Eingriff gleichzeitig auch Erklärungen über den Befund und die getroffenen Massnahmen gegeben werden können. Gleichzeitig kann durch dieses Gerät auch eine Photo oder Videodokumentation erstellt werden, einerseits für die Krankengeschichte, andererseits aber auch zur Dokumentation und für spätere Erklärungen anhand der erstellten Bilder. Das notwendige Licht wird ebenfalls durch das Instrumentarium bereitgestellt, übertragen ebenfalls durch Lichtleiter, ausgehend durch eine regelbare Kaltlichtquelle.

Durch den gleichen Instrumentenzugang kann auch Flüssigkeit (oder Gas) in das zu untersuchende Kompartiment hineingepumpt werden, heute selbstverständlich inklusive druckabhängige, einstellbare Pumpe. Dadurch wird das Kompartiment (in der Orthopädie meist ein Gelenk, in der Chirurgie oder Gynaekologie der Bauchraum oder ein Hohlorgan wie Blase oder Uterus) aufgepumpt, was erst eine gute Uebersicht ermöglicht und auch Voraussetzung ist für weiter arthro- (laparo-) skopische Massnahmen, wie auch ganz  - skopisch durchgeführte Eingriffe.

Es brauch bei dieser Technik der nur kleineren, minimal invasiven Schnitte deshalb auch sobald auch noch operative Massnahmen durchgeführt werden müssen einen zweiten Zugang für das Instrumentarium, also die speziellen , ebenfalls minimalisierten Instrumente (kleine Scherchen, Tasthäkchen,  Geradeaus und Seitenschneider, oder auch spezielle Instrumente zur Fadenführung und Nahttechnik.

Oft wird zudem durch einen dritten separaten Zugang die Flüssigkeit herausgespühlt,  rsp. abgesogen, auch zur Absaugung von abgetragenem Material.

Je nach Eingriff kann es notwendig werden einen oder ganz selten sogar mehrere Zugänge zu schaffen, um auch minimal invasiv operative Massnahmen durchführen zu können.

In der Orthopädie wird vor allem die Arthroskopie der grösseren Gelenke durchgeführt, am allerhäufigsten und mittlerweile absolut als Standard Methode der Wahl vor allem die Arthroskopie des Kniegelenkes.

Dabei werden heute nebst der rein diagnostischen Kniegelenksarthroskopie, welche auch vor jedem arthroskopischem Operieren standardmässig nach Routineschemata durchgeführt wird um eine gute Dokumentation zu ermöglichen mit gutem Gesamtüberblick über das Gelenk praktisch alle Meniskuseingriffe arthroskopisch durchgeführt, also nicht mehr wie noch vor 30 Jahren durch einen Schnitt von 5 cm Länge. Da gleichzeitig vor allem bei den Meniskusverletzungen nur noch der zerstörte Meniskusanteil entfernt wird und nach Möglichkeit der noch gute Rest belassen wird ist der Schaden heute mittel bis langfristig sicher wesentlich kleiner als noch vor wenigen Jahrzehnten. Ein nicht zu unterschätzender Anteil der noch jungen Knieprothesenpatienten von Heute hat denn auch vor Jahrzehnten oft noch eine Sub- totale offene Meniskektomie erlitten, mit dabei unmittelbar eigentlich sehr gutem Verlauf aber fast sicherem Spätschaden.

Bei der heutigen, modernen arthroskopischen Methode, hat der Patient zwar eventuell noch leichte Restschmerzen postop. welche erst allmählich retourgehen, da oft auch der noch belassene Meniskusrest doch auch schon gewisse deg. Veränderungen aufweist, welche Anlass zu Restbeschwerden geben können, hat dafür aber sicher das viel schonendere Verfahren betreffend mittel und langfristigem Verlauf, also vor allem betreffend Entwicklung einer Arthrose. Dies ist sicher einer eventuell sogar schnelleren unmittelbaren vollständigen Beschwerdefreiheit vorzuziehen, welche dafür fast sicher im späteren Verlauf zu einer erheblichen Arthrose, also irreversiblem Gelenkschaden führt. So nimmt man heute auch lieber sogar im Laufe des Lebens mehrere Arthroskopische Teilmeniskektomien (Meniskusentfernungen) in Kauf , mit jedesmal dank dem heutigen maximal schonenden Verfahren möglichst minimalem Gelenkschaden, als wie früher zwar nur ein Eingriff (die totale offene Menisketomie) dafür jedoch wieder fast sicheren Spätfolgen.

Zunehmend sind auch weitere arthroskopisch assistierte Knieeingriffe möglich, wie zum Beispiel die Ersatzplastik des vorderen Kreuzbandes, bei der nur noch ein grösserer aber nur oberflächlicher Schnitt benötigt wird zur Transplantatentnahme, der restliche Eingriff praktisch vollständig arthroskopisch erfolgt.

In speziellen Fällen ist es heute auch möglich arthroskopisch spezielle geeignete Meniskusrisse zu nähen, wobei dies nur speziellen Fällen vorbehalten bleibt und oft nachfolgend dann doch noch eine Teilmeniskektomie durchgeführt werden muss, der bei Erfolg der Naht jedoch erreichbare Vorteil absolut den Versuch Wert ist. Auch wenn nach einiger Zeit später dann doch der genähte Meniskus entfernt werden muss, hat je nach Haltbarkeitsdauer des genähten Meniskus dies unter Umständen doch auch noch einen positiven Effekt durch den noch besseren Gelenkschutz bis zur dann doch notwendigen Teilmeniskektomie.

Auch weitere Eingriffe zum Beispiel eine Dissekatverschraubung (Anschraubung einer teilweise abgerissenen Knorpelfragmentchens) oder auch weitere Knieeingriffe können ebenfalls in arthroskopischer Technik durchgeführt werden.

Die arthroskopische Technik hat sich zudem in den letzten Jahren auch auf weitere grössere Gelenke erweitert, so vor allem um das Schultergelenk,  wenn auch seltener um das Ellbogengelenk, das Handgelenk und an der unteren Extremität das Hüftgelenk und das obere Sprunggelenk.

Auch in der Wirbelsäulenchirurgie werden heute teilweise skopische Techniken durchgeführt, zum Beispiel in der perkutanen Nukleotomie einerseits bis zur perkutanen Spondylodese.